September 1984

Auf Initiative der Brasserter Selbsthilfe e.V. wird die werkstatt brassert gegründet.Die Gesellschafter: Brasserter Selbsthilfe e.V., die Stadt Marl und das Diakonische Werk Marl/Haltern stellten zu je einem Drittel das Anfangskapital für dieses Projekt und ermöglichten den organisatorischen Rahmen in Form der GmbH.Neben den Gesellschaftern sind von Beginn an der Deutsche Gewerkschaftsbund, Das Deutsche Rote Kreuz, die Kreishandwerkerschaft und der Caritas-Verband Mitglied im Beirat. Die Gesellschafter stellen je 4 Vertreter/innen.Für die Realisierung des Projektes stellte die Stadt Marl die ehemalige Bergberufsschule an der Zechenstraße zur Verfügung.

19. September 1986

Mit der Eintragung als gemeinnützige GmbH ist die Gesellschaft selber berechtigt, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durchzuführen und entsprechende Arbeitskräfte einzustellen. Zu Beginn sind insgesamt 18 Personen beschäftigt.

1989

Die Brasserter Selbsthilfe e.V. löst sich auf und tritt aus der GmbH aus. Ihre Gesellschaftsanteile werden von den beiden anderen Gesellschaftern übernommen. Gesellschafter: Stadt Marl, Diakonisches Werk

1991

Die werkstatt brassert mietet eine weitere Halle in der Lassallestraße an. Dort ist seit 1997 das Kaufhaus der werkstatt brassert mit Gebrauchtmöbeln, Textilien, Hausrat und Büchern untergebracht.

1993

Eröffnung der Cafeteria der Zechenstraße als Bürgertreff (Projektende 2010).

1997

Eröffnung des Café-Bistro Seestern im Hallenbad Marl; dort Qualifizierung im Servicebereich. Bau eines Biergartens. (Projektende 2003)

1997

Eröffnung eines betrieblichen Kinderhortes, um vor allem Alleinstehenden mit schulpflichtigen Kindern die Berufstätigkeit zu erleichtern. (Projektende 2003)

1997

In der werkstatt brassert sind 120 Personen beschäftigt.

1998

Eröffnung einer Second-Hand-Boutique in Marl-Sinsen. (Projektende 1999)

Die werkstatt brassert wird Pächter der Rathauskantine, Neueröffnung als Caféteria im Rathaus. (Projektende 2004)

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände wird mit der Kleidersammlung in Containern begonnen. Die Kleider sollen vor Ort aufgearbeitet und verkauft werden, Reste werden zu Putzmaterial verarbeitet.

1999

In Kooperation mit der Landesentwicklungsgesellschaft LEG-AS beteiligt sich die werkstatt brassert an dem landesweiten Projekt "Weg & Raum". Die erste Aufgabe: Umbau eines Teils des Jahnstadions in Hüls, Gestaltung des Außengeländes der Pestalozzischule. (Projektende 2004)

Die Zahl der Beschäftigten ist auf 195 angewachsen, insgesamt waren 1999 fast 300 Personen versicherungspflichtig beschäftigt.

2000

Kreisweit werden mit dem Projekt Weg & Raum Wanderparkplätze und Radwege umgebaut und neu gestaltet.

2001

Zum ersten Mal wird eine von der IHK anerkannte Umschulung "zur Fachkraft im Gastgewerbe" mit 15 Teilnehmerinnen durchgeführt.

2002

Der Kreisjugendzeltplatz in Haltern am See wird angepachtet, dort finden Projekte im Bereich Tourismus statt. (Projektende 2010 - danach Weiterführung durch die Genossenschaft "Brasserter Arbeit e.G.")

2003

Das insel-cafe wird für 1 Jahr durch den Gastronomiebereich bewirtschaftet, anschließend Ausgründung eines privatwirtschaftlichen Cafés durch 2 Mitarbeiterinnen.

2005

Das Café Relax im Hans-Böckler-Berufskolleg nimmt den Betrieb auf, Ziel: Qualifizierung in der Gastronomie. Im Sommer 2008 Projektende, Übernahme des Cafébetriebes durch den Förderverein des Kollegs.

2006

Das Second-Hand-Kaufhaus wurde erweitert. Das KdW (Kaufhaus der Werkstatt) hat jetzt einen neuen Anbau. Dadurch wurde die Verkaufsfläche auf insgesamt 1.300 m² erweitert. Offizielle Eröffnung am 20.02.2006.

2007

Jugendliche machen in einem kombinierten Projekt den Hauptschulabschluss nach und bauen ein solarbetriebenes Boot zum Einsatz auf dem Wesel-Datteln-Kanal.

2008

Im August: Übernahme der Verantwortung für Gelände und Gebäude des Schacht 8. Ziel: Erhalt der Liegenschaft und Wiederbelebung der Soziokulturellen Begegnungsstätte.
Im Oktober: Zertifizierung des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9000 : 2001 (Qualifizierung und Wiedereingliederung von Arbeitslosen).

2009

Neben den Arbeitsmarktprojekten im Second-Hand-Kaufhaus und an der Zechenstraße wird der Schacht 8 mit Hochdruck hergerichtet. Zeitweise sind knapp 50 Personen dabei, Schutt und Unrat zu entfernen, die Räume zu streichen, Fenster abzudichten und eine dezentrale Stückholzheizung einzubauen. Fachfirmen aus Marl und Umgebung setzen neue Lichthauben ein, reparieren das Dach, liefern Öfen und spenden Pflanzen und Material.

2010

Durch massive Kürzungen und Einbrüche in den Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose muss die werkstatt brassert viele ihrer Projekte vorerst einstellen. Projekte wie die Wohnumfeldverbesserung, das Spielplatzprojekt, die Gastronomie, der Campingplatz in Haltern am See werden eingestellt, andere Projekte müssen radikal verkleinert werden. Von 36 Stammkräften müssen 16 entlassen werden. Waren 2006 noch bis zu 400 Personen in Maßnahmen bei der Werkstatt Brassert, liegt die Zahl Ende 2010 noch bei 120.

2012

Am Schacht 8 wird mit Unterstützung vieler Marler Künstlerinnen und Künstler und vielen Bands die Reihe "Kultursommer" wieder aufgenommen. Obwohl keinerlei finanzielle Mittel vorhanden sind, wird die kleine Veranstaltungsreihe ein großer Erfolg.

Eine weitere erfolgreiche Zertifizierung nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung) wird durchgeführt; damit kann die Werkstatt brassert die neuen Hilfeprodukte der Jobcenter durchführen.

2013

Der Mietvertrag für das ursprüngliche Stammgebäude an der Zechenstraße 13 läuft aus. Die Verwaltung wird in neuen Räumen an der Lassallestraße 13, also im Gebäude des Second-Hand-Kaufhauses, untergebracht.

2014

Die Werkstatt Brassert feiert ihr 30-jähriges Jubiläum. Im Schacht 8 finden ganzjährig Arbeitsprojekte, Konzerte und Ausstellungen statt. Erstmals werden auch Beschäftigungsprojekte im Auftrag des Jobcenters Recklinghausen durchgeführt.

2015

Das "Gründungsgebäude" an der Zechenstraße 13 in Brassert, das nach dem Auslaufen des Mietvertrages 2 Jahre leer stand, wird erworben. Hier wird ein Sortierzentrum für das Second-Hand-Kaufhaus eingerichtet, es finden zunächst 12 Personen Beschäftigung. Am Schacht 8 wird die soziokulturelle Arbeit durch das Repair Café und verschiedene Kreativgruppen verstärkt.

2016

Ein Beschäftigungsprojekt für Frauen mit Migrationshintergrund startet im Kaufhaus; Sozialpädagogische Betreuung und hausmeisterliche Unterstützung für Flüchtlinge werden gemeinsam mit der Stadt durchgeführt. Am Schacht 8 erstellen Maßnahmeteilnehmer einen barrierefreien Waldweg mit Infotafeln, einen Sinnespark, ein Insektenhotel u.v.a.. Das Repair Café erhält von der Wählergemeinschaft der GRÜNEN den Umweltpreis "Sonnenblume".